BCG - Musterbrief 1.
Betroffener Contergangeschädigte X Y
Straße XY
Ort XY
Herr Parlamentarier Partei x y persönlich
Deutscher Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Warum gilt das rechtsstaatliche Verursacherprinzip heute nicht für die Verursacherfirma Grünenthal die das Medikament Contergan in den Handel gebracht hat ?
Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr xy, Musterstadt, 21.11.2007
als ein zu 100 % schwerbehindertes Grünenthal-Opfer fordere ich Sie auf, gegen die Verursacherfirma Grünenthal, die uns eine angemessene Entschädigung jahrzehntelang verweigert hatte, diese einzufordern. Auch eine Mitschuld des Staates an dieser unzulänglichen und entwürdigenden Entschädigungsregelung ist definitiv gegeben. Daher mache ich auch Sie persönlich als gewählter Repräsentant mit verantwortlich wenn Sie jetzt nicht handeln. Ich erbitte die umgehende Weiterleitung an alle verantwortlichen Parlamentarier in den entsprechenden Fachressorts.
Vorgeschichte:
Zwischen 1957 und 1961 brachte das Pharmaunternehmen Grünenthal das Schlafmittel Contergan, das den Wirkstoff Thalidomid beinhaltet, in den Handel. Dieses verursachte neben Polyneuritisschäden auch in ca. 10.000 Fällen weltweit Missbildungen des im Mutterleib heranwachsenden Embryos. Die Folge war u.a. das Kinder ohne Arme und Beine zur Welt kamen. 2.700 missgebildete Überlebende gibt es alleine in Deutschland.
Es kam zum Strafprozess. Die Mitarbeiter des Pharmaunternehmens wurden damals nicht wegen fahrlässiger Tötung bzw. fahrlässiger Körperverletzung, so wie es unser Strafrecht eigentlich vorsieht, bestraft. Das Verfahren gegen die Verantwortlichen wurde trotz der Tatsache das obendrein noch ca. 4.000 Menschen nach, oder während der Geburt durch die Wirkung des Medikaments verstarben, wegen „Geringfügigkeit“ eingestellt. Der Verursacher hat nie seine Schuld zugegeben und die Verantwortlichen gingen straffrei ohne einen Schuldspruch aus. Finden Sie das gerecht oder rechtsstaatlich ?
Um an das Geld der Opfer heranzukommen wurde 1972 unter tätiger Mithilfe der damaligen Bundesregierung die „Stiftung Hilfswerk für behinderte Kinder“ geschaffen. Ca. 110 Millionen DM inkl. Zinsen die z.T. zunächst von Grünenthal an die Treuhänder und damit an die Kinder ausgezahlt wurden, mussten nach juristischen Auseinandersetzungen und politischem Druck später in diese Stiftung eingebracht werden.
Die anderen 100 Millionen DM zahlte der Staat in diese Stiftung ein. Schon damals war jedoch der wahre Gesamtschaden ohne mögliche Folgeschäden nicht auf 200 Millionen DM sondern auf 5 Milliarden DM also dem 25-fachen des damals tatsächlich von Fachleuten bezifferten Schadens geschätzt worden. Heute wird der Gesamtschaden inklusive der Folgeschäden auf ca. 5 Milliarden Euro also dem 50-fachen des ursprünglich gezahlten Schadens beziffert.
Mit Hilfe von § 23 des damaligen Stiftungsgesetzes der Stiftung „Hilfswerk für behinderte Kinder“ gelang es Grünenthal dann unter tätiger Mitwirkung der Vertreter unseres Staates den Opfern jegliche Möglichkeit zu nehmen, jemals weitere Regressansprüche gegen die Verursacherfirma zu stellen. Man kaufte sich damit nicht nur von der Schuld frei sondern entrechtete die Opfer lebenslang, indem man ihnen ihr Recht nahm, weitere Schadensersatzansprüche zu stellen. Seit 1997 ist das Geld für die noch lebenden ca. 2.700 deutschen Opfer verbraucht und seitdem zahlt ausschließlich der Steuerzahler eine lächerlich niedrige Rente von max. 545 Euro welche verständlicherweise nicht den Lebensunterhalt der Opfer gewährleisten kann. Diese Zahlungen, die eigentlich der Verursacher Grünenthal hätte zahlen müssen, wurden obendrein nicht adäquat an die geltenden Preissteigerungsraten angepasst. Wir wurden also auch noch zu Bittstellern gegenüber dem Parlament degradiert da eine Rentenanhebung der mehrheitlichen parlamentarischen Zustimmung bedarf. Und das wenige was uns noch geblieben ist wird konstant durch die Inflation weiter aufgezehrt. Die Allgemeinheit bezahlt also auch noch die medizinischen Folgeschäden für Krankheit und Hilfsmittel durch die Leistungen der Kranken-, Sozial- und Pflegekassen und nicht das Pharmaunternehmen Grünenthal selber dessen Eigentümerfamilie Wirtz ein geschätztes Gesamtvermögen von ca. 3.8 Milliarden Euro aufweist.
Durch die Folgeschäden und aufgrund ihrer Behinderung können viele Opfer nicht arbeiten gehen. Sie haben daher keine oder kaum Rentenansprüche. Viele Geschädigte glitten durch ihre Behinderungen, verursacht durch die missbildende Wirkung der Schlaftabletten der Firma Grünenthal, auf Hartz IV und Sozialhilfeniveau ab. Dieser minimale Betrag von max. 545 Euro „ Conterganrente “ reicht bei weitem nicht aus, ein menschenwürdiges selbst bestimmtes Leben zu führen. Die Conterganopfer werden zu Bittstellern gegenüber den Sozialbehörden und dem Staat degradiert und müssen sich obendrein noch für ihre Anträge hinsichtlich dringend notwendiger Hilfsmittel rechtfertigen und kontrollieren lassen. Dies, so finde ich, ist demütigend und ein unhaltbarer Zustand.
Anders dagegen im Ausland. In Großbritannien z.B. zahlt die Fa. Diageo, der Rechtsnachfolger der damaligen Vertriebsfirma welche das thalidomidhaltige Schlafmittel mit Lizenz in den Handel gebracht hatte. Heute erhalten die Opfer dort eine durchschnittliche stets dynamisierte mittlere Entschädigung von ca. 2.200 Euro im Monat. Dort also zahlt der Rechtsnachfolger des Verursachers. In Deutschland zahlt der Steuerzahler. Finden Sie das richtig ? Finden sie es richtig das eine Pharmafirma die Gewinne weiterhin kapitalisiert und der Staat die Schäden sozialisiert ? Können Sie das verantworten ?
Sie als Politiker der 7.003 € und mehr im Monat verdient, sind Vertreter einer Gruppe die sich mehrheitlich unlängst noch eine weitere Diätenerhöhung von ca. 700 € in zwei Stufen bis 2009 genehmigt hat. Dieses Anhebungsverfahren hat nur wenige Wochen gedauert bis es mehrheitlich beschlossen wurde und ich gehe selbstverständlich davon aus, das Sie in unserm Falle genauso rasch handeln. Die Zeit für uns drängt. Sie sind persönlich in der moralischen, juristischen, ethischen und politischen Pflicht zu handeln. Durch ihr Untätigsein in o.g. Sache werden Sie mitverantwortlich an unserem Leid. Können Sie das ethisch, moralisch und vor allem politisch verantworten ? Bald stehen Landtagswahlen ins Haus und eine Bundestagswahl. Ich jedenfalls werde Ihre Reaktion oder Nicht-Reaktion auf diesen Brief in meinem Wahlkreis diskutieren. Eine konstruktive klare Stellungnahme ist daher bestimmt auch in Ihrem Interesse. Was wäre denn ihrer Meinung nach für die Opfer eine angemessene Entschädigung ?
a) 1 Tasse Kaffee und Plausch mit dem Verursacher
b) 545 Euro im Monat nicht dynamisiert
c) 2500 Euro im Monat dynamisiert
d) 3500 Euro im Monat dynamisiert
e) 4500 Euro im Monat dynamisiert
f) 5500 Euro im Monat dynamisiert
g) 7003 Euro im Monat (derzeitige Diäten für Parlamentarier) sehr dynamisch
Bitte äußern Sie sich konkret zu dieser Fragestellung.
Daher fordere ich Sie ganz persönlich auf, die uns Conterganopfern zustehende Entschädigungszahlung gegenüber der Firma Grünenthal durchzusetzen und entsprechend politisch zu handeln, damit das rechtsstaatliche Verursacherprinzip wieder hergestellt wird. Gerne stehe ich zu einem persönlichen Gespräch zur Verfügung. Die gesamte Materie ist zu komplex, um sie in einem ersten Anschreiben umfassend darzulegen.
Ihrer raschen und tätigen Handlung als zur Zeit verantwortlicher Repräsentant unseres Volkes und einer schriftlichen Stellungnahme entgegensehend verbleibe ich
Mit freundlichen Grüßen
Conterganopfer XY
PS. Bitte leiten Sie diesen Brief auch an alle derzeit verantwortlichen Abgeordneten
Straße XY
Ort XY
Herr Parlamentarier Partei x y persönlich
Deutscher Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Warum gilt das rechtsstaatliche Verursacherprinzip heute nicht für die Verursacherfirma Grünenthal die das Medikament Contergan in den Handel gebracht hat ?
Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr xy, Musterstadt, 21.11.2007
als ein zu 100 % schwerbehindertes Grünenthal-Opfer fordere ich Sie auf, gegen die Verursacherfirma Grünenthal, die uns eine angemessene Entschädigung jahrzehntelang verweigert hatte, diese einzufordern. Auch eine Mitschuld des Staates an dieser unzulänglichen und entwürdigenden Entschädigungsregelung ist definitiv gegeben. Daher mache ich auch Sie persönlich als gewählter Repräsentant mit verantwortlich wenn Sie jetzt nicht handeln. Ich erbitte die umgehende Weiterleitung an alle verantwortlichen Parlamentarier in den entsprechenden Fachressorts.
Vorgeschichte:
Zwischen 1957 und 1961 brachte das Pharmaunternehmen Grünenthal das Schlafmittel Contergan, das den Wirkstoff Thalidomid beinhaltet, in den Handel. Dieses verursachte neben Polyneuritisschäden auch in ca. 10.000 Fällen weltweit Missbildungen des im Mutterleib heranwachsenden Embryos. Die Folge war u.a. das Kinder ohne Arme und Beine zur Welt kamen. 2.700 missgebildete Überlebende gibt es alleine in Deutschland.
Es kam zum Strafprozess. Die Mitarbeiter des Pharmaunternehmens wurden damals nicht wegen fahrlässiger Tötung bzw. fahrlässiger Körperverletzung, so wie es unser Strafrecht eigentlich vorsieht, bestraft. Das Verfahren gegen die Verantwortlichen wurde trotz der Tatsache das obendrein noch ca. 4.000 Menschen nach, oder während der Geburt durch die Wirkung des Medikaments verstarben, wegen „Geringfügigkeit“ eingestellt. Der Verursacher hat nie seine Schuld zugegeben und die Verantwortlichen gingen straffrei ohne einen Schuldspruch aus. Finden Sie das gerecht oder rechtsstaatlich ?
Um an das Geld der Opfer heranzukommen wurde 1972 unter tätiger Mithilfe der damaligen Bundesregierung die „Stiftung Hilfswerk für behinderte Kinder“ geschaffen. Ca. 110 Millionen DM inkl. Zinsen die z.T. zunächst von Grünenthal an die Treuhänder und damit an die Kinder ausgezahlt wurden, mussten nach juristischen Auseinandersetzungen und politischem Druck später in diese Stiftung eingebracht werden.
Die anderen 100 Millionen DM zahlte der Staat in diese Stiftung ein. Schon damals war jedoch der wahre Gesamtschaden ohne mögliche Folgeschäden nicht auf 200 Millionen DM sondern auf 5 Milliarden DM also dem 25-fachen des damals tatsächlich von Fachleuten bezifferten Schadens geschätzt worden. Heute wird der Gesamtschaden inklusive der Folgeschäden auf ca. 5 Milliarden Euro also dem 50-fachen des ursprünglich gezahlten Schadens beziffert.
Mit Hilfe von § 23 des damaligen Stiftungsgesetzes der Stiftung „Hilfswerk für behinderte Kinder“ gelang es Grünenthal dann unter tätiger Mitwirkung der Vertreter unseres Staates den Opfern jegliche Möglichkeit zu nehmen, jemals weitere Regressansprüche gegen die Verursacherfirma zu stellen. Man kaufte sich damit nicht nur von der Schuld frei sondern entrechtete die Opfer lebenslang, indem man ihnen ihr Recht nahm, weitere Schadensersatzansprüche zu stellen. Seit 1997 ist das Geld für die noch lebenden ca. 2.700 deutschen Opfer verbraucht und seitdem zahlt ausschließlich der Steuerzahler eine lächerlich niedrige Rente von max. 545 Euro welche verständlicherweise nicht den Lebensunterhalt der Opfer gewährleisten kann. Diese Zahlungen, die eigentlich der Verursacher Grünenthal hätte zahlen müssen, wurden obendrein nicht adäquat an die geltenden Preissteigerungsraten angepasst. Wir wurden also auch noch zu Bittstellern gegenüber dem Parlament degradiert da eine Rentenanhebung der mehrheitlichen parlamentarischen Zustimmung bedarf. Und das wenige was uns noch geblieben ist wird konstant durch die Inflation weiter aufgezehrt. Die Allgemeinheit bezahlt also auch noch die medizinischen Folgeschäden für Krankheit und Hilfsmittel durch die Leistungen der Kranken-, Sozial- und Pflegekassen und nicht das Pharmaunternehmen Grünenthal selber dessen Eigentümerfamilie Wirtz ein geschätztes Gesamtvermögen von ca. 3.8 Milliarden Euro aufweist.
Durch die Folgeschäden und aufgrund ihrer Behinderung können viele Opfer nicht arbeiten gehen. Sie haben daher keine oder kaum Rentenansprüche. Viele Geschädigte glitten durch ihre Behinderungen, verursacht durch die missbildende Wirkung der Schlaftabletten der Firma Grünenthal, auf Hartz IV und Sozialhilfeniveau ab. Dieser minimale Betrag von max. 545 Euro „ Conterganrente “ reicht bei weitem nicht aus, ein menschenwürdiges selbst bestimmtes Leben zu führen. Die Conterganopfer werden zu Bittstellern gegenüber den Sozialbehörden und dem Staat degradiert und müssen sich obendrein noch für ihre Anträge hinsichtlich dringend notwendiger Hilfsmittel rechtfertigen und kontrollieren lassen. Dies, so finde ich, ist demütigend und ein unhaltbarer Zustand.
Anders dagegen im Ausland. In Großbritannien z.B. zahlt die Fa. Diageo, der Rechtsnachfolger der damaligen Vertriebsfirma welche das thalidomidhaltige Schlafmittel mit Lizenz in den Handel gebracht hatte. Heute erhalten die Opfer dort eine durchschnittliche stets dynamisierte mittlere Entschädigung von ca. 2.200 Euro im Monat. Dort also zahlt der Rechtsnachfolger des Verursachers. In Deutschland zahlt der Steuerzahler. Finden Sie das richtig ? Finden sie es richtig das eine Pharmafirma die Gewinne weiterhin kapitalisiert und der Staat die Schäden sozialisiert ? Können Sie das verantworten ?
Sie als Politiker der 7.003 € und mehr im Monat verdient, sind Vertreter einer Gruppe die sich mehrheitlich unlängst noch eine weitere Diätenerhöhung von ca. 700 € in zwei Stufen bis 2009 genehmigt hat. Dieses Anhebungsverfahren hat nur wenige Wochen gedauert bis es mehrheitlich beschlossen wurde und ich gehe selbstverständlich davon aus, das Sie in unserm Falle genauso rasch handeln. Die Zeit für uns drängt. Sie sind persönlich in der moralischen, juristischen, ethischen und politischen Pflicht zu handeln. Durch ihr Untätigsein in o.g. Sache werden Sie mitverantwortlich an unserem Leid. Können Sie das ethisch, moralisch und vor allem politisch verantworten ? Bald stehen Landtagswahlen ins Haus und eine Bundestagswahl. Ich jedenfalls werde Ihre Reaktion oder Nicht-Reaktion auf diesen Brief in meinem Wahlkreis diskutieren. Eine konstruktive klare Stellungnahme ist daher bestimmt auch in Ihrem Interesse. Was wäre denn ihrer Meinung nach für die Opfer eine angemessene Entschädigung ?
a) 1 Tasse Kaffee und Plausch mit dem Verursacher
b) 545 Euro im Monat nicht dynamisiert
c) 2500 Euro im Monat dynamisiert
d) 3500 Euro im Monat dynamisiert
e) 4500 Euro im Monat dynamisiert
f) 5500 Euro im Monat dynamisiert
g) 7003 Euro im Monat (derzeitige Diäten für Parlamentarier) sehr dynamisch
Bitte äußern Sie sich konkret zu dieser Fragestellung.
Daher fordere ich Sie ganz persönlich auf, die uns Conterganopfern zustehende Entschädigungszahlung gegenüber der Firma Grünenthal durchzusetzen und entsprechend politisch zu handeln, damit das rechtsstaatliche Verursacherprinzip wieder hergestellt wird. Gerne stehe ich zu einem persönlichen Gespräch zur Verfügung. Die gesamte Materie ist zu komplex, um sie in einem ersten Anschreiben umfassend darzulegen.
Ihrer raschen und tätigen Handlung als zur Zeit verantwortlicher Repräsentant unseres Volkes und einer schriftlichen Stellungnahme entgegensehend verbleibe ich
Mit freundlichen Grüßen
Conterganopfer XY
PS. Bitte leiten Sie diesen Brief auch an alle derzeit verantwortlichen Abgeordneten

